Bussystem – ja oder nein? Entscheidungshilfe für Bauherren


Bussystem – ja oder nein? Entscheidungshilfe für Bauherren

Klassische Elektroinstallation oder doch lieber Bussystem?

Beim Neubau stellen sich viele Bauherren oft die Frage, ob sie das zukünftige Haus mit einer klassischen Elektroinstallation oder doch lieber mit dem etablierten KNX/EIB (Europäischer Installationsbus)-Technik ausstatten sollen. In den meisten Fällen handelt es sich hier um eine reine Kostenfrage, da bei der Bus-Installation viele elektrische Komponenten zum Einsatz kommen, die verantwortlich dafür sind, dass die Kosten steigen. Dennoch gibt es viele Vorteile für ein Bus-Installation.

Möchte man beispielsweise, das das Wohnzimmer im eigenen Haus wohlig temperiert ist und leise Hintergrundmusik läuft, dann ist das alles kein Problem! Denn mit einem Smart-Haus kann man alles mit Knopfdruck einstellen. Licht, Heizung, Rollläden, Fernseher und Alarmanlage – egal wo man ist. Man hat die eigenen vier Wände fest im Griff.  Mittels einer klassischen Elektroinstallation wäre dies alles nicht möglich.

In folgenden Beitrag geben wir Ihnen einen kurzen Überblick zum Unterschied der zwei Elektroinstallationsarten und was die Vorteile davon sind…


Was ist überhaupt ein Bussystem?

Bus ist die Abkürzung von Binary Unit System. Was grundsätzlich bedeutet, dass verschiedene Komponente miteinander im Sinne der Datenübertragung vernetzt werden. Ein Bussystem überwacht und verbindet die Funktionen von diverser Elektrogeräte im Haus wie beispielsweise Lichtschalter, Rollos, Temperaturregelung oder Alarmanlage etc. Hierbei werden die Verbraucher, Sensoren und Schalter miteinander über ein Niederspannungskabel verbunden.

Heutzutage wird ein Bussystem auch in Einfamilienhäusern immer mehr zum MUST HAVE. Denn zusätzliche Dimmer anstatt von herkömmlichen Schaltern sind aufgrund des Bussystems ohne Stemmen und Umbauarbeiten möglich.


Worin liegt unterscheidet sich das Bussystem zur konventionellen Elektroinstallation?

Grundsätzlich liegt der Unterschied zur herkömmlichen Elektroinstallation in der Trennung zwischen Stromversorgung und Gerätesteuerung.

  1. „Normale“ Elektroinstallation“:
    hier werden alle Geräte bzw. Verbraucher elektrisch ein- oder ausgeschaltet. Die Stromversorgung und Steuerung der Geräte/Verbraucher erfolgt über ein 230V Netz – Wechselspannung.
  2. „Bussystem“:
    hier erfolgt die Steuerung der Geräte/Verbraucher über ein 30V Netz – Gleichspannung. Dabei werden alle Schalter und Signalgeber über ein sogenanntes EIB Buskabel
    in Form einer Bus Topologie verbunden. Wird ein Schalter betätigt, wird ein Signal über das Buskabel an einen sogenannten Schaltaktor (meistens im Verteiler positioniert) gesendet, der
    je nach Programmierung unterschiedliche Verbraucher ein oder ausschaltet. Durch die Bus Verkabelung kann bei der Programmierung der Anlage bestimmt werden, welcher Schalter bzw. Signalgeber welchen Verbraucher ein oder ausschaltet.

Was kann das Bussystem gegenüber einer normalen Elektrik überhaupt?

Das System verbindet elektrische Geräte zu einem großen, vernetzten System. Dazu zählen unter anderem Lampen, Heizung, Klimaanlage, Haushaltsgeräte, Jalousien, Alarmanlagen etc. Das Bussystem soll zum einen den Wohnkomfort erhöhen und andererseits einen Beitrag zur Sicherheit leisten. Denn zum Beispiel können alle Fenster geschlossen werden, beim verlassen des Hauses mit nur einem Knopfdruck. Außerdem hilft das System Energie und Kosten zu sparen durch die automatische Regulation der elektrischen Geräte.

Einige Vorteile sind:

  • Geringer Energieverbrauch bzw. Energieeinsparung: da alle Vorgänge automatisiert ablaufen, kann so Strom eingespart werden
  • Benutzerfreundlich: bei Änderungen im Raum etc. können jederzeit die Schalter umprogrammiert werden.
  • Vielen Funktionen: Schalten, dimmen, steuern
  • Steuerung von überall möglich: Sämtliche Vorgänge können über Internet oder Telefon gesteuert werden.

Wann ist ein Bussystem überhaupt sinnvoll?

Mit dem Bussystem sind viele Funktionen aufgrund diverser Programmierungen möglich was mit einer konventionellen Elektrik nicht realisierbar ist. Zum Beispiel kann man mit nur einem Schalter die Beleuchtung als auch die Beschattung eines Raumes gesteuert werden. Werden beispielsweise alle Fenster mit Fensterkontakten versehen, so kann der Status eines geöffneten Fensters beispielsweise genutzt werden, um die Heizung und Wohnraumlüftung auszuschalten.

Kontakte in der Schließanlage der Haustür können verwendet werden, um bei Abschließen des Hauses gewisse Stromkreise stromlos zu machen (bspw. E-Herd, Kochfeld, …). Meldet die Wetterstation Sonneneinstrahlung auf der Ostseite des Hauses, können die Jalousie auf eine vorprogrammierte Stellung positioniert werden.


Fazit

Die Installation eines Bussystem ist sicherlich teurer und aufwendiger, dennoch bietet es im Haus einen tollen Wohnkomfort und spart obendrein noch Strom ein. Ob sich ein Bussystem nun tatsächlich in einem Einfamilienhaus auszahlt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Eines steht jedoch fest, die Zukunft wird uns sicherlich noch viele weitere digitale Technologien bei diversen Geräten bieten. Ein Bussystem ermöglicht uns, diverse Geräte miteinander zu koppeln und so auch von ferne zu bedienen etc., was uns sicherlich noch mehr Flexibilität und Kosteneinsparungen bringen wird.

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