3 Tipps zur Aktivierung Ihrer Heizung

So starten Sie richtig mit Ihrer Heizung und Schritt für Schritt in die Heizsaison 

Heizung

Sie wollen für die bevorstehende Heizsaison gerüstet sein und die Heizung selbst auf Vordermann bringen, jedoch wissen Sie nicht genau, wie? Wir geben Ihnen hier 3 tolle Tipps, wie Sie Ihre Heizung aktivieren und so die optimale Leistung erzielen können.

Lesen Sie hier, was Sie bei der Aktivierung Ihrer Heizung beachten müssen:

 

 

TIPP 1: Entlüften der Heizkörper und Fußbodenheizung:

Wann soll die Heizung entlüftet werden?

Wenn die Heizkörper und die Fußbodenheizung kalt bleiben oder ein "gluckern" im Heizkörper zu hören ist, dann sollten Sie auf jedem Fall entlüften. Auch eine routinemäßige Heizungsentlüftung zu Beginn der Heizsaison kann nicht schaden. Die Entlüftung ist völlig ungefährlich. Auch wenn sich letztlich herausstellt, dass keine Luft im Heizkörper war, ist durch das Entlüften nichts verloren gegangen. Pro Heizkörper fallen beim Entlüften durchschnittlich nur drei Minuten Arbeitsaufwand an.

 

Welches Werkzeug wird zur Entlüftung der Heizung benötigt?

Neben einem Becher (z.B.: ein leerer Joghurtbecher), um eventuell entweichendes Heizwasser aufzufangen, und einem Tuch, falls Wasser daneben spritzt, benötigen Sie nur einen Heizkörper-Entlüftungsschlüssel. Wenn Sie keinen haben oder diesen nicht finden, dann kontaktieren Sie uns einfach unter kundendienst@kausl.com und wir schicken Ihnen einen zu!

 

Wie können Sie die Heizungsentlüftung selbst durchführen?

Schritt 1: Bei eingeschalteter Pumpe wird die Luft im System und den Rohren herumgewirbelt, wodurch sich die Chance einer vollständigen Entlüftung verringert. Daher ist es wichtig, dass Sie die Umwälzpumpe vor der Entlüftung abstellen. Sollten Sie Untermieter sein und keinen Zugang zur Umwälzpumpe haben, so schließen Sie einfach den Heizkreislauf Ihrer Wohnung.

Schritt 2: Warten Sie mindestens eine Stunde, damit die Luft Zeit hat sich in den Heizkörpern oder den Fußbodenheizungsverteilern zu sammeln.

Schritt 3: Drehen Sie die Heizkörper nun maximal auf.

Schritt 4: Schrauben Sie mit dem Heizkörper-Entlüftungsschlüssel das Entlüftungsventil (welches am Heizkörper oben sitzt) vorsichtig gegen den Uhrzeigersinn bis das Luft bzw. Wasser heraus kommt. Dabei halten Sie den Becher so nahe wie möglich unter das Ventil und lassen das Putztuch griffbereit neben sich liegen.

Schritt 5: Lassen Sie die Luft nun entweichen. Sobald Sie ein leichtes Zischen hören, tritt Luft aus dem Heizkörper. Sobald ein konstanter Wasserstrahl aus der Öffnung entweicht, machen Sie das Ventil wieder vorsichtig zu.

Schritt 6: Nun können Sie zum nächsten Heizkörper oder der Fußbodenheizungsverteiler gehen. Führen Sie dies bei allen Heizkörpern durch.

 

Ein Tipp noch: Im Heiz- oder Technikraum können ebenso Entlüftungsventile eingebaut sein, auch diese können Sie im selben Prinzip entlüften.

 

Was muss bei der Entlüftung der Heizkörper beachtet werden?

Das Heizungsventil darf nicht zu weit auf, aber auch nicht zu fest zu gedreht werden. Wenn Sie alle Radiatoren im Gebäude entlüften möchten, beginnen Sie im untersten Stockwerk und arbeiten Sie sich von Etage zu Etage vor. Überprüfen Sie nach dem Entlüften den Druck in der Heizungsanlage. Der Idealdruck ist in der Regel farblich am Manometer dargestellt. Wird der Radiator nach dem Entlüften immer noch nicht richtig warm, so kann neben einem fehlenden hydraulischen Abgleich auch ein verklemmtes oder verkalktes Thermostatventil die Ursache sein. Auch dieses Problem können Sie durch ein paar kleine Tricks einfach selbst beheben. Auch hier können Sie uns gerne unter kundendienst@kausl.com kontaktieren.

 

TIPP 2: Anlagendruck kontrollieren und nachfüllen:

Was muss beim Anlagendruck beachtet werden?

Wichtig ist es, dass die Heizung mit dem empfohlenen Wasserdruck betrieben wird. Ist dies nicht der Fall, sprich es herrscht ein zu geringer Druck vor, bleiben die Heizkörper und somit die Wohnung kalt. Neuere Anlagen schalten in solch einem Fall auf Störung. Denn nicht selten ist ein defektes Ausdehnungsgefäß der Grund für einen Druckverlust an der Heizung. Falls mehrmals im Jahr bei der Heizung Wasser nachgefüllt werden muss, hilft zunächst der Austausch des alten Ausdehnungsgefäßes.

 

Wie soll der Anlagendruck eingestellt werden?

Für Einfamilienhäuser wird häufig zu einer Einstellung zwischen 1,0 und 2,0 bar geraten. Als Faustregel gilt, dass der Druck nicht unter 1,0 bar sinken sollte. Der optimale Druck liegt am Höhenunterschied zwischen Heizung (z.B. Keller) bis zum höchst gelegenen Heizkörper. Gerechnet wird hier 0,1 bar je Meter Höhendifferenz. Oftmals ist am Manometer bereits ein Normalbereich bzw. eine maximale Obergrenze markiert (z.B. max. 3,0 bar). Möchten Sie das Heizungswasser selbst nachfüllen, jedoch haben Sie dies selbst noch nie gemacht, dann bitte lassen Sie sich von unseren Servicetechnikern diesbezüglich beim nächsten Besuch einschulen.

 

Was soll bei der Einstellung des Anlagendrucks beachtet werden?

Je nach Hersteller und Ausführung der Heizungsanlage sind im Heizsystem sogenannte KFE-Hähne (auch Kessel-Füll-Entleer-Hahn genannt) installiert. An diesem Hahn wird ein passender Wasserschlauch angeschlossen und über einen Wasserhahn läuft das neue Wasser in das Heizungsrohr-System. Zu beachten ist, dass jeder einzelne Schritt gemäß der Hersteller-Anleitung durchgeführt werden muss. Nur so wird gewährleistet, dass beispielsweise Luft aus dem System wieder entweichen kann und der ideale Wasserdruck in der Heizungsanlage vorhanden ist.

 

 

Wie können Sie nun selbst Wasser in die Heizung nachfüllen?

Die Ö-Norm H 5195 legt Grenzwerte für den pH-Wert, Leitfähigkeit und die Wasserhärte des Füll- und Ergänzungswassers der Heizung fest. Bei neueren Heizungen sind Garantie- und Gewährleistungsansprüche an den Hersteller an die Einhaltung dieser Ö-Norm geknüpft. Dies sollte auf jeden Fall dokumentiert werden.

Schritt 1: Zum Wasser nachfüllen, brauchen Sie einen Schlauch und einen Kübel.

Schritt 2: Schalten Sie die Umwälzpumpe ab und öffnen Sie alle Thermostatventile vollständig.

Schritt 3: Verbinden Sie nun den KFE-Hahn mit dem Wasserschlauch. Drehen Sie ihn noch nicht fest, da die im Schlauch befindliche Luft noch entfernt werden muss.

Schritt 4: Koppeln Sie nun das Ende des Schlauches mit dem Wasserhahn. Öffnen Sie nun den Wasserhahn und befüllen Sie den Schlauch vollständig mit Wasser, sodass keine Luft mehr im Schlauch ist.

Schritt 5: Ist der Schlauch vollständig mit Wasser befüllt, können Sie ihn fest an den Stutzen des KFE-Hahns anschließen.

Schritt 6: Öffnen Sie jetzt vollständig das Ventil und lassen Sie das Wasser durch den Schlauch einlaufen bis der gewünschte Druck erreicht ist. Sehen Sie dabei am besten auf das Manometer. Anschließend können Sie das Ventil wieder schließen und das übrige Wasser im Schlauch in den Kübel ablaufen lassen.

 

Anmerkung: Gehen Sie vor der Befüllung sicher, dass Ihr Leitungswasser hierfür auch geeignet ist. Stark korrosives Leitungswasser kann die Heizungsanlage beschädigen. Im Zweifelsfall ist es ratsam, einen Fachmann hinzu zu ziehen. Für ein Ö-Norm gerechtes Heizungswasser haben wir spezielle Füllarmaturen, die Sie zwischen dem Wasserhahn und dem Heizungssystem zwischenschalten können. Gerne bieten wir Ihnen diese an, nähere Infos unter kundendienst@kausl.com.

 

TIPP 3: Heizung richtig einstellen:

Auf was müssen Sie bei der Einstellung der Heizung achten?

Moderne Heizungen stellen die für uns ideale Temperatur ein, verlangen nur nach einem Minimum an Wartung und gehen dabei sparsam mit Energie um - sofern die Einstellung der Heizung stimmt. Einen großen Anteil an der Effizienz hat die optimale Vorlauftemperatur, die sowohl auf das eigene Nutzungsverhalten als auch die übrigen Komponenten der Heizung abgestimmt sein sollte. So lässt sich ein Maximum an Effizienz aus Ihrer Heizung herausholen, was nicht nur die Umwelt, sondern auch Ihre Geldbörse schont.

 

Wie können Sie nun vorgehen, damit Ihre Heizung optimal eingestellt ist?

Schritt 1: Entlüften Sie zuerst die Heizkörper.

Schritt 2: Kontrollieren Sie den Anlagendruck in der Heizung und füllen Sie diesen eventuell nach.

Schritt 3: Wählen Sie nun die Temperatur richtig aus.

Schritt 4: Stellen Sie nun die Heizung richtig ein und achten Sie dabei auf geringe Vorlauftemperaturen.

 

Was muss beim "Schritt 3 - Temperatur richtig einstellen" berücksichtigt werden?

Wenn man die Temperatur der Heizung richtig einstellen möchte, ist in erster Linie die richtige Einstellung des Heizkörperthermostates wichtig. Häufig wird davon ausgegangen, dass die Heizung schneller heizt, wenn eine höhere Stufe gewählt wird. Dies ist allerdings nicht der Fall. Stattdessen wird lediglich die Zieltemperatur bis zu dem die Heizung aufgeheizt wird, reguliert. Durch ein übermäßiges Aufdrehen des Thermostates wird die gewünschte Raumtemperatur demnach nicht schneller erreicht, sondern lediglich Energie verschwendet. Auf dem Thermostat sind nur Zahlen aufgedruckt, die die Temperaturen nicht direkt erkennen lassen, was einen nachvollziehbaren Grund hat. Je nach Anbringung der Heizung kann es zu einem Wärmestau kommen, der den Thermostat herunterregeln lässt - selbst wenn die gewünschte Temperatur von 22 °C auf Stufe 4 erreicht.

 

Anmerkung: Für ein Ö-Norm gerechtes Heizungswasser haben wir spezielle Füllarmaturen, die Sie zwischen dem Wasserhahn und dem Heizungssystem zwischenschalten können. Gerne bieten wir Ihnen diese an, nähere Infos unter kundendienst@kausl.com.

 

Welche Vorlauftemperaturen beim Schritt 4 sind empfehlenswert?

Die Grundvoraussetzung für die Einstellung der Heizkörperventile ist die Wahl der richtigen Vorlauftemperatur der Heizung. Grundsätzlich wird bei einer neuen Heizungsanlage die Vorlauftemperatur nach Standartwerten eingestellt. Da jedoch jedes Haus anders ist, muss die Vorlauftemperatur individuell angepasst werden. Welche Vorlauftemperatur nun für Ihr Haus die beste ist, können Sie an einer Heizkurve ablesen. Bei Außentemperaturen von 20 °C beträgt die Vorlauftemperatur laut Diagramm 0 °C. Das bedeutet, dass der Heizkessel nicht heizen muss, wenn die Außentemperatur der gewünschten Innentemperatur entspricht.

Neue Heizungsanlagen regulieren die Vorlauftemperatur selbst. Jedoch sind diese meist auf einem hohen Niveau eingestellt. Um Energie zu sparen und den Wärmeverlust einzudämmen, raten wir dazu, dass die Vorlauftemperatur herabgesetzt wird.

 

Empfehlenswert ist das die richtige Einstellung der Vorlauftemperatur von unseren Servicetechnikern durchgeführt wird. Kontaktieren Sie uns unter kundendienst@kausl.com wir helfen Ihnen gerne weiter.

 

Wie können Sie die Kosten während des Heizbetriebes senken?

Ein großes Sparpotential besteht auch bei der sogenannten Nachtabsenkung. Darunter ist zu verstehen, dass die Temperaturen zum Ende des Tages verringert werden. Dies führt auf der einen Seite zu einer Reduzierung der Heizkosten und auf der anderen Seite zur Erhöhung des eigenen Komfort, da Sie besser schlafen können.

 

Auf welche Besonderheiten sollen bei der Fußbodenheizung geachtet werden?

Zu wissen gilt, dass diverse Änderungen der Vorlauftemperatur nur sehr langsam auf die Fußbodenheizung reagiert. Grund dafür ist, dass der Boden immer etwas Wärme gespeichert hat. Ratsam ist, dass die Nachtabsenkung früh erfolgt und dafür ein zeitigeres Aufheizen am Morgen stattfindet. Bei der Einstellung der Fußbodenheizung ist es wichtig zu wissen, dass die Vorlauftemperatur insgesamt sehr gering ausfällt. Daher sollte man sich auch hier an die Temperaturen herantasten. Sehr gerne stehen Ihnen auch hierfür unsere Servicetechniker zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns unter kundendienst@kausl.com.

 

 

Ein Tipp noch am Rande: Kontrollieren Sie die Uhrzeit der Heizungssteuerung. Da oft vergessen wird, die Sommer- und Winterzeit richtig einzustellen!

 

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung! Wir helfen Ihnen gerne weiter!

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